Das Cholangiokarzinom ist eine
molekular heterogene Erkrankung1
Die molekularpathologische Heterogenität des Cholangiokarzinoms eröffnet Möglichkeiten für zielgerichtete Therapieansätze1
aller Patient:innen mit einem Cholangiokarzinom weisen therapeutisch adressierbare genetische Alterationen auf1
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Beim Cholangiokarzinom wurde eine Vielzahl therapeutisch adressierbarer genetischer Alterationen identifiziert1
Die Häufigkeitsschätzungen stammen aus einer retrospektiven genomischen Analyse der Daten von 6130 Patient:innen mit intrahepatischem Cholangiokarzinom.1 Die Therapieklassen umfassen sowohl derzeit zugelassene als auch noch in der klinischen Prüfung befindliche Behandlungsansätze.2,3
| Therapeutisch adressierbare genetische Alterationen1,3 | Berichtete Häufigkeit (%)1 | Wirkstoffklasse2–4 |
|---|---|---|
| IDH1/2 | 18 | IDH-Inhibitoren* |
| FGFR2 | 12 | FGFR2-Inhibitoren* |
| ERBB2/HER2 | 5 | HER2-gerichtete Wirkstoffe* |
| BRAF | 5 | BRAF/MEK-Inhibitoren* |
| MDM2 | 4 | MDM2-Inhibitoren† |
| TMBhigh | 4 | Immuncheckpoint-Inhibitoren‡ |
| BRCA1/2 | 3 | PARP-Inhibitoren* |
| MET | 2 | MET-Inhibitoren† |
| MSIhigh/dMMR | 1 | Immuncheckpoint-Inhibitoren* |
| KRASG12C | 1 | KRAS G12C-Inhibitoren† |
| PALB2 | NR | PARP-Inhibitoren* |
| NTRK | NR | NTRK-Inhibitoren* |
| RET | NR | RET-Inhibitoren* |
* EMA-Zugelassene Indikation, siehe aktuelle ESMO-Leitlinien und den jeweiligen Fachinformationen.2
† Diese Alterationen werden derzeit in laufenden klinischen Studien untersucht.1,3,4
‡ FDA-zugelassen; nicht EMA-zugelassen.1
Die effektive Identifizierung therapeutisch adressierbarer Mutationen beim Cholangiokarzinom erfordert die Wahl des richtigen Ansatzes für die molekulargenetische Profilierung.5
- FGFR2-Fusionen veranschaulichen die strukturelle Komplexität fusionsgetriebener Krebserkrankungen6
- Es wurden mehr als 150 Fusionspartner beschrieben, was die Bedeutung von NGS-Methoden unterstreicht, die sowohl bekannte als auch bisher unbekannte Rearrangements nachweisen können7
- NGS-basierte Methoden werden von der ESMO empfohlen und gelten als Goldstandard, da sie umfassende Multiplex-Analysen eines breiten Spektrums genomischer Alterationen ermöglichen5–9
Nicht alle NGS-Methoden sind für die molekulare Profilierung gleich gut geeignet5
Angesichts der Vielfalt der Alterationen beim Cholangiokarzinom – Mutationen und Fusionen – sollte die NGS-Testung idealerweise aus derselben Biopsie an DNA und RNA erfolgen:5
| Methodik | Nachweisfähigkeit bei Durchführung DNA- und RNA-basierter Assays | Beispiel-Assays | |
|---|---|---|---|
| Hybrid-Capture-basierte Assays: detektieren Genfusionen unabhaengig vom Fusionspartner | Können 100 % der möglichen Rearrangements/ | Illumina® Tissue Panels | |
| Single-Primer-Extension-Ansatz: detektiert je nach Panel-Design die meisten Genfusionen unabhaengig vom Fusionspartner | Mit einigen Panels können bis zu 94–97 % der möglichen Rearrangements/ | Archer Dx FusionPlex® Panels | |
| Amplicon-basierter Ansatz: detektiert nur Genfusionen, für die ein entsprechendes Primerpaar im Panel-Design enthalten ist | Vorhergesagte Fähigkeit zum Nachweis von 28,5 % der mutmaßlichen Fusionen | ThermoFisher Oncomine® Panels | |
Ein Primer ist ein kurzes, einzelsträngiges synthetisches Oligonukleotid, das als Ausgangspunkt für die DNA-Synthese dient.
- Hybrid-Capture-basierte NGS an DNA und RNA ist der optimale Test, um beim Cholangiokarzinom die meisten möglichen Alterationen, d. h. Mutationen, Fusionen und Amplifikationen, nachzuweisen5
- Durch den Einsatz Amplicon-basierter NGS-Technologien können bei 7 von 10 Patient:innen potenzielle Behandlungsoptionen verpasst werden5
ESMO-Leitlinien empfehlen, die molekulare Profilierung beim CCA vor oder während der Erstlinientherapie durchzuführen, um Zweitlinientherapieoptionen so früh wie möglich zu ermoeglichen2,9,10
Patient:in testen
Empfohlene Biomarker:11 IDH1, FGFR2, HER2, BRAFV600E, BRCA1/2, PALB2, KRASG12C, NTRK, RET, MSIhigh/dMMR
CCA: Cholangiokarzinom; dMMR, mangelhafte Fehlpaarungsreparatur; DNA: Desoxyribonukleinsäure; EMA: Europäische Arzneimittel-Agentur; ESMO: European Society for Medical Oncology; FDA: Food and Drug Administration; FGFR: Fibroblasten-Wachstumsfaktor-Rezeptor; iCCA: intrahepatisches Cholangiokarzinom; IDH: Isocitrat-Dehydrogenase; MSIhigh: hohe Mikrosatelliteninstabilität; NGS: Next-Generation Sequencing; NR: nicht berichtet; RNA: Ribonukleinsäure; TMBhigh: hohe Tumormutationslast.
Literatur: 1. Kendre G, et al. J Hepatol. 2023;78(3):614–626; 2. Vogel A, et al. ESMO Open. 2025;10(1):104003; 3. Rimassa L, et al. Lancet Reg Health Eur. 2025;50:101170; 4. Banales JM, et al. Nat Rev Gastroenterol Hepatol. 2026;23(1):65–96; 5. Neumann O, et al. Br J Cancer. 2022;127(8):1540–1549; 6. Krook MA, et al. Br J Cancer. 2021;124(5):880–892; 7. Angerilli V, et al. Pathologica. 2023;115(2):71–82; 8. Ellinghaus P, et al. Cells. 2022;11(19):3180; 9. Mosele F, et al. Ann Oncol. 2020;31(11):1491–1505; 10. Vogel A, et al. Ann Oncol. 2023;34(2):127–140; 11. Vogel A, et al. ESMO Open. 2025;10(1):104003. Ergänzendes Material.